Federbeinaufnahme fertig / swing conversion FZR 600 – R6 komplett…
Es ist getan! Nach über einem Jahr, rollt der Rahmen wieder auf eigenen Rädern. Habe die Federbeinaufnahme hinten komplettiert und bin aus der Werkstatt gerollt. Für alle die an so einem Umbau der Schwinge interessiert sind habe ich das Ganze nun komplett nochmal zusammengefasst. Aber Achtung!! Ich übernehme keine Garantie für eure Umbauten!! Möchte nur Aufzeigen was möglich ist und wie man es machen könnte .
Zum Vergleich die zwei Schwingen: FZR 600 (schon die Schwinge aus 5 Kant, Deltabox) und die R6 Schwinge des letzten Baujahres mit dem Modellcode RJ15. Kaum zu Glauben, aber die Aluminiumschwinge ist nicht schwerer, aufgrund der gigantischen Ausmaße aber natürlich wesentlich torsionssteifer. Die R6 Schwinge ist etwas breiter und zwar gerade so breit das sie NICHT in den Rahmen passt.
Die Lagerschalen aus Stahl gedreht: Die Ausnehmungen in de Mitte sind rein zur Gewichtsersparnis, hier die Zeichnungen: Auf keinen Fall darf auf das M32 Feingewinde innen vergessen werden.
Die tangentialen Ausnehmungen habe ich mit der Hand ausgefräßt und erweisen sich später als sehr nützlich beim Schwingen Ein- und Ausbau! Hier die Maße der Lagerbüchsen:
Zeichnungen der Lagerbüchsen für R6 RJ15 Schwinge (Entschuldigt für die mieserable Zeichnung, hab sie auf die Schnelle runtergezeichnet damit ich an der Drehbank etwas habe
)
Damit die neuen Buchsen wirklich zentrisch werden, muss hier wirklich sauber gearbeitet werden.
Habe dafür die alte Achse eingebaut und mir mit kleine Hilfsmitteln ein Werkzeug zum Anreißen zusammengeflickt.

Das auf allen 4 Seiten…die Maße richten sich natürlich nach dem Durchmesser der neuen Hülsen, sieht man übersichtlich in der Zusammenbauzeichnung unterhalb!
BEVOR man die alten Aufnahmen ausfräst, muss die Mitte ausgemessen werden, da danach jeglicher Bezugspunkt weg ist.
Dafür habe ich einen Draht von oben nach gespannt (am Rahmen oben einen kleinen Keil mit der Feile machen, der Draht springt da von alleine rein) genau gleich weit auf jede Seite zur Lagerbuchse um danach die Einbaumaße der neuen Buchsen auszumessen.
Dann die alte Aufnahme zuerst mit der Flex dann mit der Hand auf die Ausmaße der Risse ausfräsen.

Beim Einsetzen ist jetzt Vorsicht geboten, damit die Schwingen mittig im Rahmen sitzt.
Habe einen Tag lang FZR 600 Rahmen und YZF R6 Schwinge vermessen um die folgenden Einbaumaße festzustellen und gewährzuleisten das Reifenaufstandsfläche hinten und vorne fluchten. Und hier kommt jetzt unserer künstliche Mittelebene zum Einsatz (der Stahldraht in der Mitte) von dem aus wird auf die Buchsen gemessen.
Und zwar haben die Buchsen folgenden Abstand:
Rechte Buchse (Kupplungsseitig) 127.5 mm von der Mitte aus.
Linke Buchse (Kettenausgang) 124.5 mm von der Mitte aus.
ACHTUNG! Die Zeichnung ist von VORNE nach HINTEN. Man blickt also vom Lenkkopf aus auf den Hinterreifen.
Zusätzlich sind auch noch die Durchmesser der Büchsen zu sehen die man für die Ausfräsungen benötigt.
Nach dem einpassen die Büchsen nur Anheften, vor dem Schweißen die Schwinge mit allen Distanzen der Achse der Mutter komplett verschrauben. Dadurch kann der Schweißverzug minimal gehalten werden.
Nun gehört die untere und die obere Federbeinaufnahme gerichtet, dazu das Motorrad an die Geometrie einrichten (~ 65° Lenkkopfwinkel, ~ 12° Schwingenwinkel). Ich habe die Originalaufnahmepunkte aus dem Serien R6 Rahmen ausgemessen um einen Anhaltspunkt für die Umlenkung zu haben.
Also, die Vorderachse und die Hinterachse befinden sich auf gleicher Höhe. Dann wird der Rahmen solange unterlegt bis der gewünschte Lenkkopfwinkel & Schwingenwinkel erreicht ist, hätte man Exzenter in der Hinterachsaufnahme oder der Schwingenachsaufnahme könnte man dies auch getrennt einstellen. Daher wenn man das Heck anhebt ändert sich immer: Lenkkopfwinkel (damit Verbunden, Nachlauf und Radstand) und Schwingenwinkel. Getrennt könnte man das nur mit Exzentrisch gelagerter Schwinge machen. Man kennt das aus der MotoGP oder einigen SBK Schwingen, dadurch kann man das Heck soweit hochtreiben wie man möchte ohne den Schwingenwinkel zu steil zu bekommen.
Serienmäßig hat der Umlenkknochen einen Winkel von 20° und der Achsabstand von Unterer-Federbeinaufnahme zu Schwingenachse ist ~ 105mm. Ich habe mir das ganze grob hingezeichnet, um mir dann die Bleche für die neue Aufnahme konstruieren zu können.

Zeichnung der Halterungen für die Federbeinumlenkung.
Hab das ganze aus 3mm Stahlblech ausgeschnitten (ja mit der Hand
, schöner wäre wohl Laser wollte es aber schnell und nicht schön), dann habe ich noch zwei Ringe aus 3 mm Blech angefertigt und aufgeschweißt. Das ganze in der Planscheibe eingespannt und die Lagerpassung gedreht.
Rahmen blitzeblank geschliffen und zum schweißen Vorbereitet…
.. und angeheftet. Hier ist wichtig da die Passung sehr eng gewählt ist, dass der Knochen wirklich mittig sitzt. Da er sonst beim Ein & Ausfedern schief laufen würde und irgendwann läuft sich das ein und verspannt. Daher alles zusammenbauen, auf beiden seiten ein Feinmaß reinstecken und abheften.
Schnell war klar, das das mit der Originalen FZR 600 Aufnahme nichts werden wird. Also Nagel mit Köpfen und Raus damit.
Vielen dank an Sebastian, der die Säge bediente und meinem Dad der den Rahmen hielt
damit ich ungestört fotografieren konnte!
Also Bleistift, Massband und Papier rausgepackt und den Kopf über ne stabile & leichte Aufnahme zerbrochen. Nach langem Tüfteln und Basteleien mit Karton bin ich auf folgende Konstruktion gekommen:
Das ganze wird aus quadratischen Formrohr 35 x 35 mit 2 mm Wandstärke gebaut. Das Blech für die Federbeinverschraubung besteht aus gekantetem 3 mm Blech.
Formrohr leicht angefast und dann verschweißt.
Rahmen innen ausgeschliffen…
Das geschweißte Formrohr habe ich solange nachgeschliffen bis es relativ streng im Rahmen klemmte, so hat man die Hände frei beim Positionieren
Das 3mm Blech das noch irgendwo rumlag.
Der Plan
Das Blech mit Flex, Feile, Bohrer, Schraubstock und Hammer in Form gebracht.
Von den Dingen ist noch GAR NICHTS abgeschweißt, als erster wird das 3mm Blech auf das Formrohr geschweißt (auserhalb des Rahmens)
Danach das Federbein verschrauben, das ist die allerletzte Möglichkeit die Heckhöhe maßgebend zu ändern, dannach bleibt nur mehr: Federbein unterlegen oder kürzere und längere Umlenkhebel zu fertigen. Als sollte man hier ein gutes Mittelmaß mit verstellmöglichkeit finden. Dann das Formrohr in Position bringen und abheften.: Fin.
“Rolling Chassis” fertig, Bremsflüssigkeit rein, auf den Hausberg rauf und das erste mal über funktionierendes Fahrwerk freuen
Der Rahmen ist jetzt zwar schon belastbar aber noch auf keinen Fall fahrtüchtig!! Dafür bedarf es noch folgender Schritte:
- Untere Federbeinaufnahme (bei den Umlenkhebeln) abschweißen und seitlich mit 3mm Blech aussteifen (weit bis zum Rahmen hinaus).
- Obere Federbeinaufnahme Formrohr abschweißen und seitlich mit Blechen Profil bilden. Der Rahmen muss für vollständige Steifigkeit unbedingt geschlossen werden!
- Feder ausbauen und sichergehen das die Schwinge wirklich frei ein und ausfedert.
- Motor einbauen und mit Gewicht beladen, passende Feder finden. (Vorspannung hab ich schon auf 0, Feder drückt Schwinge noch immer ganz raus.)


























































































































































































































